Schon wieder ein neues Projekt

...und es wäre ein gutes, wenn es nicht - wie alle anderen - bald wieder versickern würde. Ich zitiere aus dem Wirtschaftsblatt:

Ab spätestens 2013 können die ersten Züge der Wiener ­Lokalbahnen in die Slowakei rollen. Für den nötigen Strecken-Ausbau gibt es viel politschen Rückenwind. Der Lückenschluss zwischen Wolfsthal und Bratislava kostet 70 Mio. €.
„Wir wollen künftig eine Nahverkehrsbahn zwischen Wien und Bratislava betreiben", sagt Harald Brock, Chef der Wiener Lokalbahnen. Das auch als Badner Bahn bekannte Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Wiener Linien. Nach den Plänen von Brock sollen die ersten Züge ab Ende 2012, Anfang 2013 fahren. Und zwar grossteils auf der Trasse der jetzigen Schnellbahn S7, der früheren Pressburger Bahn. Die Züge können wie jene der Badner Bahn vom Wiener Karlsplatz aus starten und bis ins Zentrum von Bratislava oder ­darüber hinausgehend zum Flughafen der slowakischen Hauptstadt fahren.

Für den Lückschluss zwischen dem Ende der S7-Strecke in Wolfsthal und Bratis­lava sind laut Brock rund 70 Millionen € an Investitionen nötig. „Man braucht da eigent­lich nur eine Brücke über die neue Autobahn bauen, der Rest der Strecke ist relativ einfach zu realisieren."

Tja, klingt gut - wie die vielen anderen Projekte, die von der Gemeinde Wien großspurig angekündigt werden, aber dann still versickern.

Quelle: Wirtschaftsblatt

26.12.07 20:31


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Chuzpe

Ich zitiere aus der Wiener Zeitung:

Wien. Wichtige Änderungen sind im Herzen Wiens geplant: Opern- und Karlsplatz-Passage sollen komplett umgestaltet werden und für mehr Sicherheit und Attraktivität sorgen. Dementsprechend groß war am Dienstag auch das Aufgebot an Stadtpolitikern, um das Projekt zu präsentieren: Mit den Worten "der Karlsplatz soll nicht der Bahnhof Zoo von Wien werden", erklärte Bürgermeister Michael Häupl in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Planungsstadtrat Rudolf Schicker die Motivation, die hinter dem Vorhaben steht. Zuerst sollen von der Gewista große Plakatflächen für die Bewerbung städtischer Kulturinstitutionen günstig bereitgestellt werden. "Damit die Verkehrsdrehscheibe zur Kunst- und Kulturdrehscheibe wird" Als weiteren Schritt in Richtung Attraktivierung will sich die Stadt eine eigene Putzmaschine für den Karlsplatz leisten, kündigte Brauner an.

Heute begab ich mich auf eine Expedition zur "Kulturpassage". Beim Anblick der prachtvollen Kulturplakate wurde meine Stimmung schlagartig äusserst feierlich. Auch die 100 Giftler waren augenscheinlich überaus ergriffen. Leider hat sich nur bei mir völlige Ernüchterung ob der sozialdemokratischen Schaffenskraft eingestellt - es kann doch nur irgendwo zwischen zynisch, hilflos und Chuzpe eingereiht werden, wenn man allen Ernstes eine neue Plakatwand als Heilmittel für Suchtkranke präsentiert.

15.12.07 22:11


Rothneusiedl bleibt Ackerland

"Rothneusiedl bleibt Ackerland - Der U-1-Ausbau in den Süden Wiens steht vor dem Aus. Das Stadt-Entwicklungsgebiet Rothneusiedl ist Geschichte."

Der Kurier überrascht mich heute mit einer erfreulichen Meldung: Offensichtlich ist das wildeste Spekulationsprojekt der Stadtregierung geplatzt! Mitten im Grüngürtel hätte ja ein gigantisches Einkaufszentrum entstehen sollen, zusammen mit einem Fußballstadion und diversen Wohnbauten - und einer U-Bahn-Verlängerung gleich dazu.

Zum Kurier-Artikel

6.12.07 12:34


Die Stimme der Vernunft ist leise...

...aber überraschenderweise hört man gelegentlich auch von den Wiener Linien einschlägiges Wispern. Natürlich ist man dort auch nicht glücklich über die im Betrieb sehr teuren U-Bahn-Verlängerungen, die mit viel zu wenigen Fahrgästen gesegnet sind. Nun kommt von einer WiLi-internen Arbeitsgruppe namens "Netz Neu" der Vorschlag, Stadtbahnen ins Umland zu bauen - unter dem etwas ungeschickten Arbeitstitel "Flitzer" zwar, aber immerhin. Vorbild dafür soll die Badner Bahn sein - und damit sprechen die Wiener Linien nun endlich selber aus, was das sinnvollste Verkehrsmittel für das Wiener Umland ist: Schnelle Bahnen ohne aufwendige Stationen, die bedarfsgerecht in die Fläche fahren und innerstädtisch Straßenbahnstrecken nutzen. Bravo!

Information zur Wiener Lokalbahn und zum "Flitzer" auf dieser Website

30.11.07 18:56


Stachel im Fleisch

Am Mariahilfer Platzl ist der Gemeinde mal wieder ein spezielles Stück Architektur gelungen.

Ursprünglich war geplant, hier ein symbolhaftes Turmbauwerk von Coop Himmelblau zu errichten; daraus wurde natürlich nichts.

Seit etwa 10 Jahren war das eine provisorische Geröllfläche, nun wurde dieser rote Stangenwald aufgestellt - anscheinend um dem Bürger zu zeigen, dass es der Stadtverwaltung ein Anliegen ist, der Wienerstadt immer wieder den roten Stachel der Banalität ins Herz zu rammen. Ein Bekannter formulierte sehr treffend:

"Das ist so wie mit Resopalküchen aus den 70ern... Praktisch zum
Abwischen, aber nicht hübsch.

Wien war Kulturstadt. Wien ist heute praktisch zu Reinigen. Sonst nix mehr (Abgesehen von einigen Baujuwelen...)"

Es ist jedenfalls ein Drama, wie die Stadt ständig mit solch uninspirierten Banalitäten versehen wird. Da ist jeder spiessige Beserlpark noch angenehmer, dort gibt es wenigstens Pflanzen...

 

27.11.07 13:08


Ein spezielles Gedenken

Ein etwas privaterer Eintrag heute: In einer kleinen Zeremonie wurde ein Wagen der Stadtbahn von London/Croydon nach Stephen Parascandolo benannt. Stephen war ein junger Eisenbahningenieur, der das Entstehen von Londons erster moderner Stadtbahn minutiös auf seiner Website dokumentiert hat - bis zu seinem plötzlichen Tod bei einem Autounfall. Ich besuchte Stephen noch einige Monate vorher ohne zu ahnen, dass ich ihn nie mehr treffen würde...

Es freut mich, dass Roger Harding, der General Manager von Croydon Tramlink mit dieser Geste eine wirklich schöne und angemessene Erinnerung an Stephen möglich gemacht hat.





Fotos: David Cockle

Stephens Website ist noch online

20.10.07 20:23


Die Karawane zieht weiter: Ziel Prater

Die neue U2 muss mit Fahrgästen gefüllt werden - und so wird entlang ihrer Trasse massiv verdichtet. Leider passiert das unmittelbar am Prater, was diesen wichtigen Grünbereich in Bedrängnis bringt. Nun soll auch die Wirtschaftsuni einen neuen Standort erhalten, der aber nur auf den ersten Blick gut gewählt ist: Zur U2 sind es immerhin mindestens 500 Meter, der Zugangsweg führt entlang der Parkgaragen der Messe - man kann sich also vorstellen, wie der Modal Split aussehen wird.

Eine so einfache wie logische Lösung, nämlich die Linien 5 und N zum Messegelände zu verlängern, wird von der Stadt Wien natürlich nicht verfolgt. Widerstand kommt bereits aus der WU selbst, wie dieser Artikel zeigt:

Artikel der Wiener Zeitung

Auch auf meiner Website gibt es den Vorschlag schon länger. 

11.10.07 10:42


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