Adieu, da capo

Kurz vor Beginn der EM ließ man es sich nicht nehmen, hoch auf dem gelben Wagen auszufahren. Klug wählte man ein Fahrzeug gleichen Namens für eine Erkundungsfahrt in Gegenden, wo andere schon oft zuvor gewesen sind; wohl, um nachzusehen, ob entlang der unlängst verblichenen Linie 21 noch alle Gleise da liegen wo sie denn hingehören ritt man mit dem Gleismesswagen EM 6117 gegen Osten. Ich mag ihn ja, den todschicken 6117 mit seinen scharfen Laseraugen und dem klugen Computerköpfchen.

Fast könnte man ja meinen, eine Tramwaystrecke würde neu eröffnet: alles blank geputzt, in der Ausstellungsstraße werden die Gleise gerade mit neuen Sperrflächen versehen... erstaunlich, erstaunlich. Gut, dass unsere schöne Stadt so reich gesegnet ist mit umsichtigen Magistratsabteilungen, klugen Verkehrsplanern und flinken Firmen, die all die schlauen Ideen so schnell verwirklichen, und sei es mitten in der Nacht.

Als unser Bähnchen in der Ausstellungsstraße heranrollte gab's ein rechtes Hallo, aber die Farbkübelchen waren schnell beiseite geräumt, und behende ging es Richtung Praterkai. Fast etwas zu behende, auch mit einem schellen Motorrad ist es gar nicht leicht so eine Tramway zu verfolgen. Ist gar nicht so langsam, wie alle sagen! Zum Glück hat man inzwischen allzu kecken Tramways allerlei Hindernisse in den Weg gestellt, die bei herannahen erst entfernt werden müssen - derweil wartet die Bim, und den Fotografen freut's. Ich war's aber nicht, der die Zäune aufs Gleis gestellt hat, ehrlich!

Nun, wie auch immer, fleissig summend wie ein Bienchen sammelte 6117 seine Daten ohne Unterlass, und wäre der verständnisvolle Herr Fahrer nicht so freundlich gewesen für den Fotografen kurz anzuhalten wären die Bilder deutlich dynamischer geworden, wenn auch unerwünscht. Hier mal ein Abschiedsfoto aus der Schleife Praterkai, weitere werden folgen, sobald ich die 21er-Fotoseite fertig habe.

Auch die schönste Reise geht einmal zu Ende, und so bleibt mir nur, mein vielleicht letztes Bild des 21ers zu zeigen - an der recht sicheren Fotostelle vor dem Praterstern. Um diese Uhrzeit, bei Nacht und ohne Chance auf Wiederholung ließ ich mich auf keine Experimente mit eventuell besseren Standpunkten ein, und so ist nicht das Riesenrad, sondern nur die schiarche Tanke im Hintergrund zu sehen. Aber eigentlich ist das mittlerweile eh ein typisches Bild, die ganze Gegend entlang der U2 bzw des ehemaligen 21ers ist inzwischen von dermaßen erlesener Hässlichkeit, dass man die Lust am fotografieren verliert - egal ob mit oder ohne Tramway.

6.6.08 09:27
 


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